Unser pädagogisches Konzept
Im Mittelpunkt der individuelle Mensch
In der Waldorfpädagogik wird jeder Schüler als einzigartiges Wesen gesehen. Der Unterricht pulsiert wie ein lebendiger Strom: Morgens schlagen die Wellen des Denkens hoch, gefolgt von sanften Strömungen des Malens, Musizierens oder Bewegens. Nach konzentrierten Phasen der Arbeit brechen Ruhe und Sammlung über die Schüler herein wie stille Buchten. So wechseln Spannung und Entspannung, Kopf, Herz und Hand im harmonischen Rhythmus.
Jede Aktivität wird Teil eines fließenden Ganzen, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern die Persönlichkeit in ihrer ganzen Tiefe wachsen lässt. Lernen wird so zu einem lebendigen Erlebnis – einem Tanz von Denken, Fühlen und Wollen, der den Puls des Kindes spürbar macht. Lesen Sie hier mehr über die Ziele und Hintergründe der Waldorfpädagogik.
Weiterführende Literatur
Henning Kullak-Ublick
Jedes Kind ein Könner – Fragen und Antworten zur Waldorfpädagogik
ISBN: 9783772527258
Preis: € 19,90
Der Klassenlehrer und die Klassengemeinschaft
Bei uns gibt es kein Sitzenbleiben, deshalb bleibt die Klassengemeinschaft über die gesamte Schulzeit zusammen – wie eine kleine Familie, in der jedes Kind seinen Platz hat. Schon von Anfang an finden die Schülerinnen und Schüler in ihrem Klassenlehrer – später in ihrem Klassenbetreuer – eine verlässliche Bezugsperson. Diese begleitet sie über mehrere Jahre, kennt ihre Stärken und Herausforderungen, tröstet, wenn etwas schwerfällt, und feiert jeden Erfolg mit ihnen. So entsteht ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen, das die Grundlage für konzentriertes und freudvolles Lernen bildet.
Die Kinder entdecken gemeinsam die Grundlagenfächer wie Schreiben, Rechnen und Erdkunde, während Fachlehrer besondere Fächer wie Musik, Handarbeit oder Fremdsprachen unterrichten und so neue Impulse und spannende Lernwelten eröffnen. Jeder Tag bietet Abwechslung und die Möglichkeit, die Neugier der Kinder zu wecken.
Im Hauptunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler täglich zwei Schulstunden lang in Fachepochen. Ein Thema – sei es Heimatkunde in der 4. Klasse oder Chemie in der 7. Klasse – wird über mehrere Wochen intensiv behandelt. Durch diese konzentrierte Auseinandersetzung entwickeln die Kinder Ausdauer, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, sich tief in ein Thema einzudenken. Gleichzeitig erleben sie, wie spannend und bereichernd gemeinsames Forschen, Entdecken und Diskutieren sein kann.
So wird Lernen bei uns zu mehr als Wissensvermittlung: Es ist ein lebendiges, gemeinsames Abenteuer, in dem Kinder ihre Persönlichkeit entfalten, Freundschaften knüpfen und mit Begeisterung die Welt entdecken.
Der Fächerkanon
Der Unterricht in den einzelnen Fächern dient dazu die Entwicklung des Schülers bestmöglich zu fördern. Der auf die jeweilige Entwicklungsphase der Schüler abgestimmte Fächerkanon und die Wahl des Unterrichtsthemas ist daher an dieser Stelle genau auf das Bedürfnis der Schüler und Schülerinnen zugeschnitten. Der Lernstoff, richtet sich also an der Frage aus, wo müssen die Schüler zum jetzigen Zeitpunkt abgeholt werden und wie kann ich sie jetzt sinnvoll begleiten.
Innerhalb der Waldorfpädagogik hat der einzelne Lehrer eine große Freiheit in der Auswahl der Unterrichtsthemen und der Weise, wie er unterrichtet. Das ermöglicht, dass der Unterricht von dem einzelnen Lehrer persönlich durchdrungen an die Schüler herangetragen werden kann.
Beispiele aus dem Fächerkanon
Unser Unterricht verbindet fundiertes Wissen mit künstlerischer, praktischer und sozialer Bildung – für eine ganzheitliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.
Sprachen
Deutsch sowie die Fremdsprachen Englisch und Französisch – beide bereits ab der ersten Klasse
Künstlerische Fächer
Eurythmie, Musik, Malen, Plastizieren und Theater
Bewegung und Sport
Sportunterricht zur Förderung von Gesundheit, Teamgeist und Ausdauer
Religion & Praktische Philosophie
Raum für Wertebildung, Reflexion und persönliche Entwicklung
Lebenskunde
In der Unterstufe: Hausbau, Tier- und Menschenkunde sowie Handarbeit
Ab Klasse 5: Nähen, Schneidern, Buchbinden, Holzwerken, Gartenbau, Gesundheit und Ernährung sowie Rechtskunde
Gesellschaftswissenschaften
Politik, Geografie und Geschichte
Mathematik & Naturwissenschaften
Mathematik, Physik, Chemie und Biologie
Unsere Praktika
Forstpraktikum, Landwirtschaftspraktikum, Vermessungspraktikum, Betriebspraktikum und Sozialpraktikum
Besondere Epochen, Klassenfahrten und Praktika
Neben dem regulären Unterricht erleben unsere Schülerinnen und Schüler prägende Projekte, besondere Epochen und praxisnahe Erfahrungen, die das Lernen lebendig und lebensnah gestalten.
Klasse 3–4
Hausbauepoche und Ackerbauepoche
Klasse 5–6
Erlebnispädagogische Klassenfahrt
Klasse 7
Forstpraktikum
Klasse 8
Biografiearbeit, Klassenspiel (Theater) und Segelprojekt
Klasse 9
Landwirtschaftspraktikum
Klasse 10
Betriebspraktikum und Sprachreise
Klasse 11
Sozialpraktikum und Sprachreise
Forstpraktikum 2019
Segeln 2019
Der freie Wahlbereich
Im Freien Wahlbereich kommen klassen- und jahrgangsübergreifend Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 11 für die Dauer eines Trimesters in interessenbezogenen Gruppen zusammen. Im Vorfeld finden individuelle Beratungsgespräche mit den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern sowie den betreuenden Lehrkräften statt.
Das Angebot ist ebenso vielfältig wie abwechslungsreich gestaltet: Es umfasst Förderkurse in Mathematik, Englisch, Deutsch und Französisch ebenso wie Forderkurse, beispielsweise in experimenteller Physik, Freilandbiologie und Musik. Darüber hinaus steht eine große Auswahl an unterschiedlichen Sportarten zur Verfügung.
Die Schule verfügt zudem über einen eigenen Fuhrpark an Mountainbikes, mit denen im nahegelegenen Naturschutzgebiet Schwalm-Nette regelmäßig sportliche Fahrradtouren angeboten werden.
Das sportliche Angebot wird durch vielfältige weitere Aktivitäten ergänzt, darunter Selbstverteidigung für Mädchen, Rugby, Frisbee, Baseball, ein 12-km-Hindernislauf, Akrobatik sowie die klassischen Mannschaftssportarten.
Darüber hinaus umfasst der Freie Wahlbereich zahlreiche Kurse in den Bereichen Kochen und Backen, Informatik, Handarbeit, Holzwerken sowie das Selbstlernzentrum. Dort beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit frei gewählten Themengebieten, die sie mit Unterstützung einer Lehrkraft eigenständig vertiefen und ausarbeiten. Auf diese Weise wird insbesondere ihr selbstständiges Arbeiten und Handeln gefördert.